BLD-Jahrestagung 2026: Verbandsarbeit wirkt – Annahmestellen fordern Dialog auf Augenhöhe

 

Die Mitgliederversammlung des Bundesverbands Lotto-Toto-Verkaufsstellen Deutschland e.V. bekräftigte in Frankfurt den Kurs einer aktiven Interessenvertretung. Sichtbarster Erfolg: die erfolgreiche Einflussnahme auf die Neustrukturierung des Presse-Grosso-Systems. Gast Martin Blach, Sprecher der Geschäftsführung von LOTTO Hessen, lieferte das Vorbild für einen konstruktiven Dialog zwischen Lottogesellschaft und Annahmestellen. Im Mittelpunkt stand die Frage, wie die über 22.000 Lotto-Toto-Verkaufsstellen in Deutschland wirtschaftlich gestärkt und zukunftsfähig gemacht werden können.

 

Frankfurt am Main, 12. Mai 2026. Der Bundesverband Lotto-Toto-Verkaufsstellen Deutschland e.V. (BLD) hielt seine Jahreshauptversammlung am 9. und 10. Mai 2026 in Frankfurt am Main ab. Delegierte der Landesverbände aus ganz Deutschland diskutierten die strategische Ausrichtung des Verbandes, die wirtschaftliche Lage der Annahmestellen sowie konkrete Schritte zur Stärkung der Mitgliedsbetriebe. Zu Beginn gedachte die Versammlung in stiller Anteilnahme Roland Strohmeiers, stellvertretender Vorsitzender des Bayerischen Toto- und Lottoverbands und langjähriges Vorstandsmitglied des BLD, der im Februar 2026 nach schwerer Krankheit verstorben ist.

 

Presse-Grosso: Verbandsarbeit mit konkretem Ergebnis

 

Ein zentrales Thema der Tagung war die Neustrukturierung des deutschen Presse-Grosso-Systems. Elf führende Verlage und vier Grossisten reorganisieren den Pressevertrieb unter dem Dach der neu gegründeten PGA Presse-Grosso-Allianz GmbH & Co. KG. Das Bundeskartellamt hat dem Modell nach umfassender Prüfung zugestimmt. Der BLD hatte das Verfahren frühzeitig aktiv begleitet, beim Kartellamt interveniert und seine Bedenken hinsichtlich der Versorgungssicherheit und der Interessen des Einzelhandels schriftlich eingebracht. Die Vertreter der PGA bestätigten auf der Tagung ausdrücklich, dass die vom BLD in der Öffentlichkeit artikulierten Sorgen in der Ausgestaltung des neuen Systems Berücksichtigung gefunden haben. Für die Annahmestellen ändert sich am Ergebnis nichts: Belieferung, Sortimentsbreite und Versorgungsverlässlichkeit bleiben gewährleistet.

 

„Das zeigt: Wer sich klar positioniert und hartnäckig bleibt, wird gehört. Das ist kein Selbstläufer, sondern das Ergebnis konsequenter Verbandsarbeit“, so Günther Kraus, geschäftsführendes Vorstandsmitglied des BLD.


Lotto Hessen als Vorbild: Verkaufsstellen als Partner

 

Als Gast sprach Martin Blach, Geschäftsführer von Lotto Hessen, vor den Delegierten. Sein Auftritt wurde von den Anwesenden als Signal gewertet, wie ein Dialog zwischen Lottogesellschaft und Verkaufsstellen aussehen kann, wenn er auf gegenseitigem Respekt und einem gemeinsamen wirtschaftlichen Interesse beruht.


Blach bekannte sich klar zu den terrestrischen Verkaufsstellen als tragendem Pfeiler des staatlichen Lotteriewesens: In Hessen erwirtschaften rund 2.000 Verkaufsstellen mit 14.100 Mitarbeitern nach wie vor rund 70 Prozent der Lottoeinsätze. Bundesweit liegt der terrestrische Anteil bei 78 Prozent.

 

Online und stationär seien kein Widerspruch, sondern zwei Standbeine eines zukunftsfähigen Modells. Vorbild und Inspiration sei Norwegen. Dort liegt der Onlineanteil im legalen Markt um ein Vielfaches höher als in Deutschland, das terrestrische Netz besteht jedoch weiterhin und behält seine wirtschaftliche Berechtigung. Cross-Channel sei der Schlüssel. Blach: „Der persönliche Kontakt, die Beratungskompetenz bei Angebot und Spielerschutz sowie das Vertrauen vor Ort können durch keine digitale Lösung ersetzt werden.“


Abschließend warnte er eindringlich vor den Folgen weiterer Regulierungsverschärfungen: Der Staat müsse sich auf wirkungsvolle Lenkungsmechanismen und einen funktionierenden Vollzug fokussieren und nicht auf kleinteilige Regelungen, die das staatliche Glücksspiel noch unattraktiver machten. Denn: „Der Schwarzmarkt ist für viele im Netz nur einen Klick entfernt.“ „Was Martin Blach hier gelebt hat, ist das, was wir uns von allen Lottogesellschaften wünschen: ein Gespräch auf Augenhöhe, das die wirtschaftliche Realität der Verkaufsstellen ernst nimmt“, so Andreas Greim, 1. Vorsitzender des BLD.

 

Wirtschaftliche Stärkung: Kooperationen und bessere Konditionen


Die wirtschaftliche Lage vieler Annahmestellen bleibt herausfordernd. Steigende Betriebskosten belasten die Betriebe. Der BLD setzt daher konsequent auf den Ausbau seines Netzwerks an Kooperationspartnern, das den Mitgliedsbetrieben verbesserte Einkaufskonditionen und neue Produktsegmente erschließt. Derzeit umfasst das Partnernetzwerk 16 Unternehmen aus den Segmenten Tabakwaren, Bürobedarf, Versicherungen, Kassensysteme und weitere Handelssegmente.

 

Ausblick: Sichtbarkeit stärken, Mitglieder aktivieren

 

Die Versammlung beschloss, die öffentliche Wahrnehmung der Annahmestellen und ihrer gesellschaftlichen Funktion zu stärken. Als ein Ergebnis der Tagung werden in den kommenden Monaten neue Kommunikationsmaßnahmen entwickelt, die den Wert der Verkaufsstellen als Nahversorger, Jugendschutzinstanz und kommunalen Ankerpunkt in der öffentlichen Debatte sichtbarer machen sollen.


„Unsere Annahmestellen sind das Rückgrat des staatlichen Glücksspiels und unverzichtbarer Teil der Nahversorgung in diesem Land. Sie verdienen einen Partner, der das anerkennt, und eine Politik, die das nicht leichtfertig aufs Spiel setzt“, so Günther Kraus.

 

 

20260509_BLD-LH.jpgMartin Blach (M.), Sprecher der Geschäftsführung von Lotto Hessen, mit Andreas Greim (l.), 1. Vorsitzender des BLD, und Günther Kraus (r.), geschäftsführendes Vorstandsmitglied, auf der BLD-Jahrestagung 2026 in Frankfurt.

 

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V.l.n.r.: Andreas Greim (1. Vorsitzender BLD), Andres Obervossbeck, Roland Klöß und Günther Kraus (geschäftsführendes Vorstandsmitglied BLD) nach der Präsentation des neuen Presse-Grosso-Systems auf der BLD-Jahrestagung 2026 in Frankfurt.

 

Über den Bundesverband der Lotto-Toto-Verkaufsstellen in Deutschland e.V.

 

Der Bundesverband der Lotto-Toto-Verkaufsstellen in Deutschland e.V. (BLD) ist eine Interessensvertretung für mehr als 22.000 Lotto-Toto Verkaufsstellen mit mehr als 100.000 Arbeitnehmern in Deutschland. Er vertritt deren Interessen gegenüber den Lotto-Landesgesellschaften und den Genehmigungs- und Aufsichtsbehörden von Bund und Ländern. Über die angeschlossenen Landesverbände unterstützt und berät der BLD die Annahmestellen über aktuelle Informationen rund um das Spielgeschäft und die Gesetzeslage.

 

Pressekontakt:

Public Relations v. Hoyningen-Huene

Marc v. Bandemer
Heimhuder Straße 79
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Tel: +49 40 41 62 08-17
E-Mail: mvb@prvhh.de

 

BLD:

Günther Kraus

Tel: +49 171 33 58 899

E-Mail: geschaeftsfuehrer@bld-lottoverband.de

Autor: 12.05.26

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