Tabaksteuer-Schock: Scheinlösung mit Milliardenschaden

 

BLD warnt vor drastischer Tabaksteuererhöhung: Schwarzmarkt wächst, legale Nahversorgung leidet. Am Ende verliert auch der Staat

 

Frankfurt am Main, 20.04.2026. Die Bundesregierung will noch dieses Jahr die Tabaksteuer anheben, um die 1000€ Prämie für die Arbeitnehmer zu finanzieren. Ursprünglich war eine Tabaksteuererhöhung erst für das Jahr 2027 geplant. Im Gespräch sind Endpreise von bis zu 12 Euro pro Schachtel. Der Bundesverband Lotto-Toto-Verkaufsstellen Deutschland (BLD) warnt vor einer Scheinlösung. Eine solche schockartige Erhöhung wird den Schwarzmarkt beflügeln, die kalkulierten Mehreinnahmen verpuffen lassen und zugleich eine funktionierende Infrastruktur der Nahversorgung schwer beschädigen.

 

Das Muster ist bekannt. Wer die Steuer schockartig anhebt, treibt Verbraucherinnen und Verbraucher nicht in die Entwöhnung, sondern in den Schwarzmarkt. Der legale Absatz bricht ein, die kalkulierten Mehreinnahmen erodieren durch Ausweichreaktionen, und Kriminelle füllen die Lücke. Der Zoll hat 2024 rund 205 Millionen illegale Zigaretten sichergestellt, 60 Prozent mehr als im Vorjahr. Das Beispiel Frankreich zeigt, wohin dieser Weg führt: mehr Schmuggel, weniger Steueraufkommen, weniger Jugendschutz.

 

„Für unsere 22.000 Annahmestellen ist der Tabakverkauf ein wichtiges wirtschaftliches Standbein", erklärt Günther Kraus, geschäftsführendes Vorstandsmitglied des BLD. „Bricht dieser Umsatz schlagartig weg, trifft das aber nicht nur uns, sondern eine Infrastruktur, die weit mehr leistet als Handel. Wir sind Nahversorger mit Zeitungen, Paketdienst und zahlreichen weiteren Dienstleistungen. Wir garantieren Jugendschutz durch geschultes Personal und regelmäßige Kontrollen. Und wir ziehen für das Gemeinwohl Abgaben ein, die Sport, Kultur und soziale Projekte finanzieren. All das gerät durch eine kurzfristige, schockartige Erhöhung der Tabaksteuer ins Wanken."

 

Günther Kraus: „Man zieht nicht einen Stein aus der Wand und erwartet, dass das Haus stehen bleibt. Unsere Annahmestellen tragen Nahversorgung, Jugendschutz und Gemeinwohlabgaben. Fällt das Fundament, fällt ein Teil der Ordnung vor Ort mit."

 

Eine Tabaksteuererhöhung in dieser Form droht damit das Gegenteil dessen zu bewirken, was sie beabsichtigt. Statt kurzfristig Mehreinnahmen zur Gegenfinanzierung anderer Entlastungspakete zu generieren, würde sie Kriminellen Rekordumsätze bescheren, den legalen Markt schwächen und die kontrollierte Versorgung in der Fläche aushöhlen.

 

„Wir unterstützen ausdrücklich alle Maßnahmen, die den Gesundheitsschutz fördern", betont Kraus abschließend. „Aber sie müssen gezielt und wirksam sein. Sie dürfen nicht mehr Schaden anrichten, als sie verhindern sollen. Eine schockartige Tabaksteuererhöhung erfüllt dieses Kriterium nicht. Sie belastet die Falschen, stärkt die Falschen und gefährdet eine funktionierende Infrastruktur, die Jugendschutz, Nahversorgung und Gemeinwohlabgaben jeden Tag zuverlässig leistet. Wir stehen für einen Dialog bereit, der Gesundheitsschutz mit Augenmaß verbindet."

 

Über den Bundesverband der Lotto-Toto-Verkaufsstellen in Deutschland e.V.

 

Der Bundesverband der Lotto-Toto-Verkaufsstellen in Deutschland e.V. (BLD) ist eine Interessensvertretung für mehr als 22.000 Lotto-Toto Verkaufsstellen mit mehr als 100.000 Arbeitnehmern in Deutschland. Er vertritt deren Interessen gegenüber den Lotto-Landesgesellschaften und den Genehmigungs- und Aufsichtsbehörden von Bund und Ländern. Über die angeschlossenen Landesverbände unterstützt und berät der BLD die Annahmestellen über aktuelle Informationen rund um das Spielgeschäft und die Gesetzeslage.

 

Pressekontakt:

Public Relations v. Hoyningen-Huene

Marc v. Bandemer
Heimhuder Straße 79
20148 Hamburg
Tel: +49 40 41 62 08-17
E-Mail: mvb@prvhh.de

 

BLD:

Günther Kraus

Tel: +49 171 33 58 899

E-Mail: geschaeftsfuehrer@bld-lottoverband.de

Autor: 20.04.2026

Seite empfehlen